Warum Virologe Christian Drosten Coronaviren so gut kennt


Die Berliner Charité ist seit Beginn der Corona-Krise das Referenzzentrum für die Epidemie. Ihr Leiter Christian Drosten macht Podcasts, weil das gegen die Ausbreitung hilft

Karin Pollack | DERSTANDARD

Seit Anfang Jänner vergeht kein Tag, an dem Christian Drostens Expertise zu Sars-CoV-2 nicht gefragt wäre. Der Leiter der Virologie an der Berliner Charité ist wie kaum ein anderer als Auskunftsperson geeignet. Der 47-jährige Arzt ist renommierter Experte, hat 2003 das Sars-Virus mitentdeckt, da er sich in seiner Habilitation an der Universität Frankfurt mit Nachweistests befasst hatte. Er beforscht aber auch das Coronavirus Mers, kennt also die molekularbiologische Genetik dieser Virenfamilie, und hat zudem großes epidemiologisches Know-how. Deshalb kann er gut Thesen ableiten, das hat er den meisten Experten voraus.

Obwohl es für Drosten als Forscher derzeit eine Flut neuer Informationen auszuwerten gilt, nimmt er sich Zeit für Aufklärungsarbeit, vor allem in seinem populären Podcast im NDR. Aktuell warnt er davor, dass Opa und Oma in der schulfreien Zeit auf ihre Enkel aufpassen. „Wir müssen die Bevölkerung jenseits des Rentenalters schützen“, sagt er. Aus der Sars-Epidemie habe man gelernt, wie wichtig die offene Kommunikation mit der Bevölkerung bei der Eindämmung ist. Er nehme diese Rolle deshalb sehr ernst.

weiterlesen