„Ausländische Viren“ sind überall: Abschottung der US-Universitäten


Schon vor der Coronavirus-Pandemie setzte Trump auf Nationalismus und Grenzsicherung, mit einem Spitzelprogramm werden ausländische, vor allem chinesische Studenten und Wissenschaftler überwacht

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Bild: TP

Ausgerechnet Donald Trump beschuldigte die EU, nicht rechtzeitig gegenüber dem „ausländischen Virus“ gehandelt zu haben. Europäische Reisende hätten das Coronovirus in die Staaten gebracht. Trump hatte erst einmal angekündigt, dass der gesamte Reiseverkehr mit Europa eingestellt werde, das beträfe auch Waren und viele andere Dinge. Das Heimatschutzministerium musste korrigieren, dass die Einreiseverbote für die meisten Ausländer aus der Schengenzone gelten, der Güterverkehr ist nicht betroffen.

Auch das Pentagon schränkte die Reisen der Soldaten, Angestellten und ihren Angehörigen drastisch sein. Erwartet wird, dass dies auch Auswirkungen auf das geplante Großmanöver Defender-Europe 20 haben wird, an dem 20.000 US-Soldaten aus den USA und 9000 in Europa stationierte teilnehmen sollten. Die „Großveranstaltung“ war mit 37.000 Soldaten insgesamt geplant. Soldaten sollten mitsamt Material und Fahrzeugen in West-Europa ankommen und danach durch 10 Länder über 4000 km nach Osten fahren. Die Bundeswehr schrieb noch gestern: „Derzeit hat die Ausweitung des Coronavirus keine direkten Auswirkungen auf das Übungsgeschehen.“

Der Trumpsche Überschwang weist darauf hin, dass der US-Präsident unter hohem Druck steht, aber auch auf seine Politik, die Mauerbau, Zollgrenzen und Grenzschließungen ein Allzweckmittel sieht. Das betrifft nach den Migranten und dem Virus nun auch Universitäten, die sich besser gegen ausländische Wissenschaftler abgrenzen und Reisen der US-Wissenschaftler begrenzen sollen. Wie Nature über Kontakte mit Forschungspräsidenten verschiedener Universitäten herausgefunden hat, müssen diese vermehrt mit dem FBI zusammenarbeiten.

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