Wie der IWF das Bargeld abschaffen möchte


Der Internationale Währungsfonds (IWF) gibt in mehreren Studien Tipps, wie man das Bargeld abschaffen kann. Dies sei ein längerer Prozess.

Moritz Serif | Frankfurter Rundschau

Die Studien sind unter der ehemaligen IWF-Chefin Christine Lagarde erschienen, die neue EZB-Chefin ist.
© Julian Warnand / dpa

Bargeld ist Teil des Alltags. Doch wie lange noch? Nach den Empfehlungen des IWF sollten man die Banknoten Schritt-für-Schritt aus dem täglichen Leben verbannen. In einer bereits im April veröffentlichten Studie befasst sich der IWF mit einer geldpolitischen Kosten-Nutzen-Abwägung im Falle einer Bargeld-Abschaffung. So schlägt der IWF vor, dass Zentralbanken ihre Leitzinsen deutlich unter Null Prozent senken sollten, um die Wirtschaft in Krisenzeiten anzukurbeln. 

Wer Geld auf dem Konto anspart, müsste dann Strafzinsen zahlen, statt von der Bank mit einem positiven Zins belohnt zu werden. Das jedoch hält der IWF nicht für durchsetzbar, solange es Bargeld gibt. Denn Bank-Kunden könnten ihr Erspartes abheben und zuhause aufbewahren, ohne Strafzinsen zu zahlen. 

IWF: Bargeld soll gegenüber Giralgeld abgewertet werden

Daher soll nach Ansicht des IWF das Bargeld bei negativen Zentralbankzinsen gegenüber Giralgeld (Bankengeld) kontinuierlich abgewertet werden. Ein Euro Bargeld hätte dann relativ zu einem Euro Giralgeld einen geringeren Wert. Wer bar zahlt, muss also mehr als per Überweisung oder Karte bezahlen. 

Sämtliche Preise sollen deshalb digital vermerkt werden. Das hätte auch zur Folge, dass bei bereits bestehenden Schuldverhältnissen eine Begleichung mit Giralgeld die Schuld tilgt. Bei einer Barzahlung könnte man einen Aufschlag verlangen. Allerdings sollten die Veränderungen schrittweise erfolgen, damit es keine öffentliche Diskussion über die Abschaffung von Bargeld gibt.

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