Auch Blutstammzellen erinnern sich


Unser Immunsystem hat bekanntermaßen ein Gedächtnis: Ist unser Körper einmal mit einem bestimmten Erreger in Kontakt gekommen, kann er sich im Falle einer zweiten Infektion schneller und besser wehren. Wie Forscher nun berichten, sind an dieser Erinnerungsfunktion überraschenderweise auch die Blutstammzellen beteiligt. Demnach lösen Infektionen epigenetische Veränderungen an der DNA dieser Zellen aus, die unter anderem für die Produktion bestimmter Abwehrzellen zuständig sind. Die Folge: Bei einer erneuten Infektion reagieren die Blutstammzellen rascher und effizienter.

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Blutstammzellen erinnern sich an frühere Angriffe und produzieren mehr Abwehrzellen wie diese Makrophagen, um eine neue Infektion zu bekämpfen. (Bild: Sieweke lab/CIML)

Das Knochenmark ist für uns überlebenswichtig. In ihm werden tagtäglich neue Blutzellen gebildet – beispielsweise rote Blutkörperchen, aber auch bestimmte Abwehrzellen des Immunsystems. Dies ist nötig, weil viele Blutzellen nur eine geringe Lebensdauer haben und daher ständig ersetzt werden müssen. Verantwortlich für diesen Nachschub sind die sogenannten hämatopoetischen Stammzellen, oft schlicht als Blutstammzellen bezeichnet. Weil sich diese Zellen unter anderem in Immunzellen differenzieren können, spielen sie eine bedeutende Rolle für die Bekämpfung von Infektionen und anderen Krankheiten. Dabei gehen die Blutstammzellen offenbar gezielter und effizienter vor als lange Zeit gedacht. Denn sie können sich sogar an frühere Infektionen erinnern, wie Forscher um Bérengère de Laval von der Universität Aix Marseille nun herausgefunden haben.

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