Fehlende Gesichtsmasken bringen Italiens Spitäler und Industrie ans Limit


Wenn das Personal nicht geschützt ist, drohen neue Infektionsherde. In den Fabriken werden zusätzliche Schutzmassnahmen ergriffen.

Andres Wysling | Neue Zürcher Zeitung

Gesichtsmasken sind Mangelware. An einigen Orten fehlen sie ganz. Reuters / Daniele Mascolo

Gesichtsmasken sind knapp und teuer, seit das Coronavirus herumspukt. 60 Euro für fünf Stück, einfaches Modell ohne Filter, hat der Markthändler in der Apotheke bezahlt. Er braucht die Dinger, um sich und die Kunden vor einer Ansteckung zu schützen. Sonst zahlte er jeweils 9 Euro für ein grosses Paket. Bei einem anderen Laden steht ein Ständer mit Papiermasken, sie sind gratis, eine selbstgebastelte Aufmerksamkeit für die Kunden. Ob sie etwas nützen, kann man nicht wissen. Man muss dazu sagen: Auch bei industriell hergestellten Masken sind viele Fachleute skeptisch, dass sie ausreichend Schutz bieten.

Der Mangel an Gesichtsmasken ist das einfachste Beispiel einer unterbrochenen Lieferkette. Sie fehlen an vielen Orten, laut Medienberichten sogar in etlichen Spitälern. Ärzte und Pfleger arbeiten dort ungeschützt, zu befürchten sind neue Spitalinfektionen, die zum Ausfall von noch mehr medizinischem Personal führen. Von den Berufsverbänden heisst es jetzt: Es ist gut, wenn der italienische Staat für 1 Mrd. Euro 4000 neue Beatmungsmaschinen kauft – aber diese nützen nicht viel, wenn dann die Spezialisten fehlen, um sie zu bedienen.

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