Irak: Die Verwundbarkeit der „besten Armee der Welt“


Zermürbungskrieg: Keine funktionierende Abwehr gegen Raketen, die auf US-Stützpunkte zielen. Im erneut angegriffenen Camp Taji sind auch Bundeswehrsoldaten stationiert

Thomas Pany | TELEPOLIS

Vergeltungsangriffe des US-Militärs nach dem ersten Angriff auf Camp Taji. Bild: Centconm

Anderswo geht der Krieg weiter. Auch deutsche Soldaten befinden sich in unmittelbarer Nähe. Wie man heute in Berichten über einen erneuten Raketenbeschuss des Militärstützpunkts Taji (auch: Tadschi) erfährt, wird der Stützpunkt unweit von Bagdad nicht nur von US-amerikanischen und britischen Militärs genutzt, sondern auch von der Bundeswehr. 50 deutsche Soldaten sollen dort stationiert sein.

Den Bundeswehrsoldaten geschah nichts. Sie wurden laut dpa nicht getroffen, wie die Tagesschau berichtet. Von zwei Verletzten durch den Angriff auf Camp Taji ist die Rede. Genauere Angaben dazu gibt es noch nicht.

Man erfährt freilich auch nicht, wie beunruhigt oder schockiert die Bundeswehrsoldaten auf den Beschuss reagierten. Gründe zur Nervosität gäbe es genügend. Vieles deutet daraufhin, dass der Angriff Teil eines Zermürbungskriegs ist, der zum Ziel hat, die US-Truppen über kurz oder lang zum Abzug aus dem Irak zu drängen.

Bisher sieht es so aus, dass das US-Militär mit seinen Aktionen die kriegerischen Auseinandersetzungen noch weiter befördert, als sie einzudämmen. Sie verstricken sich in die Spirale aus Angriffen und Gegenangriffen. Und: Die US-Truppen haben bislang keine Abwehr gegen die Raketen.

Raketenangriffe weiterhin signifikante Drohung für US-Truppen

Die Raketenangriffe werden weiterhin „eine signifikante Drohung für US-Truppen“ darstellen, da es kein wirkungsvolles Abwehrsystem gegen sie in den Militärstützpunkten gibt, die vom US-Militär – und ihren Verbündeten – genutzt werden. Das ist die Lage, wie sie ein Bericht im US-Magazin The Drive beschreibt.

Er ist deswegen bemerkenswert, weil er Anhörungen zur Sache vor dem US-Kongress zur Grundlage hat. Dort wurden Verantwortliche der US-Armee, wie es amerikanisch heißt, „gegrillt“, also unbequemen Fragen ausgesetzt.

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