Per DNA in die Zeit der Völkerwanderung reisen


Wiener Forscher leiten ein zehn Millionen Euro schweres Forschungsprojekt über die Geschichte der Awaren und ihrer Migration in das Karpatenbecken

Julia Sica | DERSTANDARD

Mehr als 100.000 Gräber mit Grabbeigaben wurden freigelegt und vielfach dokumentiert. Foto: János Ódor, Szekszárd

Migrationen nach Europa sind brandaktuell – und fanden schon immer statt. Besonders spektakulär war jene des Volks der Awaren, dessen Kerngruppe aus dem östlichen Zentralasien stammte. Im sechsten Jahrhundert ließen sie sich im Karpatenbecken – dem Großraum zwischen Wien und Belgrad – nieder und herrschten für mehr als 200 Jahre über große Teile Mitteleuropas.

Die Bezeichnung „Aware“ bezog sich aber wohl im Laufe der Zeit auch auf eine sozial höhergestellte Schicht. Unter der Awarenherrschaft wurde das Gebiet des Karpatenbeckens erstmals eine politische Einheit.

Diese Region ist auch wissenschaftlich besonders interessant: „Hier gab es während der Zeit der Völkerwanderung in Europa die meisten belegten Migrationen und Bevölkerungsveränderungen“, sagt der Historiker und Wittgenstein-Preisträger Walter Pohl.

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