Wann erreicht das Coronavirus die Lager von Lesbos und Idlib?


Hilfsorganisationen bereiten sich auf einen Krankheitsausbruch in Flüchtlingslagern vor. Einzudämmen wäre das Virus unter den herrschenden Bedingungen aber kaum.

Volker Pabst | Neue Zürcher Zeitung

Im Moria Camp auf Lesbos produzieren die Bewohner Schutzmasken. Aggelos Barai / AP

Nachdem Griechenland die letzten beiden Wochen ganz im Banne der Flüchtlingsfrage gestanden hat, dominiert nun, wie überall in Europa, das Coronavirus die Schlagzeilen. Griechenland hatte am Samstag 228 bestätigte Fälle, mit rasch steigender Tendenz. Vier Personen sind bisher gestorben. Ein Erkrankungsfall von letzter Woche hat die Frage aufgeworfen, was passiert, wenn die beiden Krisen zusammenfallen, also das Coronavirus in die Flüchtlingslager auf den ägäischen Inseln gelangt.

MSF fordert Evakuation

Am Dienstag wurde bei einer Inselbewohnerin auf Lesbos Covid-19 diagnostiziert. Die Frau lebt am anderen Ende der Insel und hat keinen direkten Kontakt zum berüchtigten Flüchtlingslager in Moria. Dennoch dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich auf dem einen oder anderen Weg ein erster Lagerbewohner anstecken wird. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat am Donnerstag mit Blick auf die Pandemie die Evakuation aller fünf Lager auf den Inseln in der Ägäis gefordert.

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