Brexit in Corona-Zeiten: Londons Planspiele für den Wortbruch


  • Wegen des Coronavirus wurden die Brexit-Gespräche in London abgesagt.
  • Politisch stellt sich allerdings schon jetzt die Frage, ob der endgültige Brexit wegen der Pandemie doch noch verschoben wird.
  • In London und Brüssel gibt es Spekulationen darüber, ob Premier Johnson wegen des zu erwartenden Wirtschaftseinbruchs die derzeit geltende Übergangsphase gegen seinen Willen verlängern muss.
  • Da die Welt mit dem Coronavirus zu kämpfen hat, stellt sich die Frage, ob Großbritannien einen solch harten Brexit überhaupt verkraften kann.

Alexander Mühlauer | Süddeutsche Zeitung

Foto: Henry Nicholls/Reuters Coronavirus und dann auch noch Brexit? Schon jetzt stellt sich die Frage, wie Großbritannien das alles überstehen soll.

Eigentlich hätte an diesem Mittwoch die zweite Runde der Brexit-Verhandlungen in London beginnen sollen. Doch daraus wird nichts. Wegen des Coronavirus wurden die Gespräche in der britischen Hauptstadt abgesagt. Inwieweit die Unterhändler nun per Videoschalte zueinanderfinden, wird sich zeigen. Politisch stellt sich allerdings schon jetzt die Frage, ob der endgültige Brexit wegen der Pandemie doch noch verschoben wird. In London und Brüssel gibt es jedenfalls immer mehr Spekulationen darüber, ob Boris Johnson wegen des zu erwartenden Wirtschaftseinbruchs die derzeit geltende Übergangsphase gegen seinen Willen verlängern muss. Für den Premierminister wäre das zwar ein Wortbruch, aber angesichts des Ausnahmezustands gibt es in London bereits entsprechende Überlegungen.

Offiziell will Downing Street davon nichts wissen. Noch am Wochenende teilte eine Sprecherin voller Überzeugung mit, dass die britische Regierung eine Verlängerung der Übergangsphase „unter allen Umständen“ ablehne.

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