Frankfurts Stadtdekan: Gottesdienst für Christen lebensnotwendig


Auch während der Corona-Krise sieht der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz Gottesdienste als „lebensnotwendig“. Nach wie vor müsse in einem Rechtsstaat der Wert der Freiheit hochgehalten werden. Ein Leben sei nämlich nur unter einer bestimmten Voraussetzung menschenwürdig.

katholisch.de

Frankfurts Stadtdekan Johannes zu Eltz mahnt, trotz der Corona-Krise den Wert der Freiheit im Rechtsstaat hochzuhalten. Im Interview sagt der 62 Jahre alte Pfarrer der Frankfurter Dompfarrei, dass er Gottesdienste für Christen als „buchstäblich lebensnotwendig“ erachte – und als „systemrelevant“ für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Zu Eltz ist der höchstrangige Vertreter der katholischen Kirche in Frankfurt am Main. Er gilt als einer der reformorientierten Kräfte in der katholischen Kirche in Deutschland.

Frage: Herr Stadtdekan, Sie haben angesichts der Versammlungs- und Veranstaltungsverbote kürzlich kritisiert, es gebe eine „Sehnsucht nach Durchgreifen und Durchregieren“ in der Corona-Krise. Aber ist es nicht auch so, dass momentan viele Menschen sehr froh sind, dass der Staat endlich drastische Maßnahmen ergreift, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen?

Zu Eltz: Ich habe nichts dagegen, wenn der Staat in seiner Verantwortung für das Gemeinwohl machtvoll handelt. Aber die Notwendigkeit, unpopuläre und repressive Maßnahmen zu veranlassen, in einer epidemiologischen Gefahrenlage rechtzeitig und konsequent zu handeln, sollte gestufte Verantwortung, Subsidiarität und Selbstständigkeit nicht ausschließen. Ich glaube, auch in einer extremen Lage muss nach einem Gleichgewicht von Sicherheit und Freiheit gesucht werden. Wir müssen ein Rechtsstaat bleiben, auch wenn wir eine Pandemie bekämpfen.

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