Kirchenrechtler: Verschiebung von Ostern würde Probleme vergrößern


Kann der diesjährige Ostertermin wegen der Corona-Krise noch verschoben werden? An sich wäre das möglich, sagt der Kirchenrechtler Ulrich Rhode. Doch dieser Schritt würde mehr Probleme mit sich bringen, als er löst.

katholisch.de

Laut dem Kirchenrechtler Ulrich Rhode ist eine kurzfristige Verschiebung des Ostertermins wegen der Corona-Krise weder realistisch noch sinnvoll. „Das würde das grundsätzliche Problem mit dem Ostertermin noch weiter vergrößern“, sagte Rhode, der an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom lehrt, auf Anfrage von katholisch.de. Es sei bedauerlich, dass die Christenheit im Westen und Osten das Fest der Auferstehung Christi ohnehin zu unterschiedlichen Terminen feiere. „Würde man das jetzt noch weiter aufteilen, wäre das für die Einheit der Kirche kein gutes Signal“, so Rhode. Ostern gleichzeitig auf der ganzen Welt zu feiern, bringe die Verbundenheit der Christen untereinander zum Ausdruck, besonders mit denen, die in diesem Jahr unter der Pandemie litten. Zudem sei der Fortgang der Lage zu unvorhersehbar, um einen Alternativtermin bestimmen zu können.

Als Ostertermin wurde beim Konzil von Nizäa 325 der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond festgelegt. Seit der Kalenderreform von Papst Gregor XIII. im Jahr 1582 benutzen die westlichen Kirchen, darunter auch die römisch-katholische, zur Ermittlung dieses Datums jedoch den gregorianischen Kalender, während sich die orthodoxen und orientalischen Kirchen nach dem älteren julianischen Kalender richten. Dadurch liegt das Osterdatum in manchen Jahren um bis zu 13 Tage auseinander.

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