Zwei Erklärungsansätze, warum die Letalität des Coronavirus in Italien so hoch ist


Italien ist zurzeit gemessen an der Einwohnerzahl des Landes am stärksten vom Coronavirus betroffen. Noch dazu sterben in Italien im Verhältnis mehr Menschen an Covid-19 als etwa in Südkorea oder in der Schweiz. Wie kann das sein?

Alexandra Kohler | Neue Zürcher Zeitung

40 Prozent der an Covid-19 erkrankten Italiener sind 70 Jahre alt und älter. Marzio Toniolo / Reuters

In Italien sind bis anhin vergleichsweise viele der mit dem Coronavirus infizierten Personen gestorben. Nimmt man die Zahl der bestätigten Fälle, so starben 7,9 Prozent. Diese Zahl nennt man Letalität oder Tödlichkeit. Die Letalität von Sars-CoV-2 in einem bestimmten Land wird folgendermassen berechnet: Man teilt die Anzahl der bestätigten Todesfälle aufgrund der Krankheit durch die Gesamtzahl der bestätigten Virusinfektionen. In Italien sind das zurzeit 2500 Tote geteilt durch 31 500 Infizierte (Stand 18. 3.).

Was man nicht vergessen darf: Die Dunkelziffer der Infizierten in Italien dürfte riesig sein. Im Moment werden nur Personen mit Symptomen getestet, somit kennt man die effektive Zahl der Infizierten nicht. Eine viel grössere Anzahl an Infizierten hätte eine weitaus tiefere Letalität zur Folge. 

Und trotzdem ist in anderen Ländern, die stark von der Viruserkrankung betroffen sind und ebenfalls eine grosse Dunkelziffer von Fällen haben dürften, die Letalität viel tiefer als in Italien. 

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