Plädoyers im Bonner Cum-Ex-Prozess: Staats­an­walt­schaft for­dert Bewäh­rungs­strafen


Im Strafprozess um die Cum-Ex-Deals am LG Bonn fordert die Staatsanwaltschaft milde Strafen für die Angeklagten. Die Verteidigung appelliert an das Gericht, deren Kooperation zu berücksichtigen. Das Urteil könnte noch am Mittwoch fallen.

Legal Tribune Online

Ihr Mandant habe „seine Lektion gelernt“, sagte die Verteidigerin des einen Angeklagten, ein britischer Aktienhändler, am Mittwoch vor dem Landgericht (LG) Bonn. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft für diesen eine Freiheitsstrafe auf Bewährung von einem Jahr und zehn Monaten gefordert. „Er bedauert sein Verhalten und hat glaubhaft gemacht, dass er mit dem Wissen von heute nicht mehr Teil der Cum-Ex-Industrie werden würde.“

Neben ihm steht ein weiterer Brite vor Gericht, dem die zuständige Staatsanwältin Beihilfe zur Steuerhinterziehung im besonders schweren Fall zur Last legt und für den sie lediglich zehn Monate auf Bewährung gefordert hat.

Sein Verteidiger pochte ebenfalls darauf, die umfassenden Aussagen seines Mandanten zur Aufklärung der Cum-Ex-Maschinerie strafmildernd anzuerkennen. Er habe ohnehin bereits massive psychische und wirtschaftliche Belastungen zu tragen. „Er wird in die Geschichte eingehen als einer der Gesichter von Cum-Ex“, sagte der Anwalt. So sei es fast unmöglich, beruflich wieder Fuß zu fassen oder nur ein Girokonto zu eröffnen.

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