Gruppenvergewaltigung 2012: Indien richtet vier Haupttäter hin


Der Fall hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt: Im Dezember 2012 vergewaltigten mehrere Männer brutal eine junge Frau in einem Bus in Delhi und verletzten sie tödlich. Die Vollstreckung des Urteils löst Jubel aus.

Till Fähnders | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Mutter des Vergewaltigungsopfers kurz nach der Urteilsvollstreckung in Neu Delhi. Bild: AFP

Mehr als sieben Jahre, nachdem die brutale Gruppenvergewaltigung einer angehenden Physiotherapeutin in Delhi die Menschen in Indien aufgeschreckt hatte, sind die vier erwachsenen Haupttäter am Freitag hingerichtet worden. Die vier Männer waren am Morgen um 5.30 Uhr Ortszeit im Tihar-Gefängnis der Hauptstadt erhängt worden. Ein letzter Versuch, doch noch eine Gnadenfrist zu bekommen, war kurz zuvor durch das höchste Gericht abgelehnt worden. Die Eltern der anfänglich nur als „Nirbhaya“ („Die Furchtlose“) bekannten Studentin Jyoti Singh zeigten sich am Freitag erleichtert. „Nun wurden sie endlich aufgehängt. Es war ein langer Kampf, aber heute haben wir Gerechtigkeit bekommen. Dieser Tag ist den Töchtern des Landes gewidmet“, sagte die Mutter Asha Devi der indischen Presse.

Der Vater des Opfers, Badrinath Singh, zeigte vor der Presse mit den Fingern das „Victory“-Zeichen. Die Eltern hatten jahrelang juristisch für die Vollstreckung des Urteils gekämpft. Insgesamt waren sechs Männer wegen der Vergewaltigung verurteilt worden. Einer von ihnen war später tot in seiner Zelle gefunden worden. Ein weiterer, der zum Zeitpunkt der Tat minderjährig war, war freigekommen, nachdem er drei Jahre im Jugendvollzug gesessen hatte.

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