Alle Planeten haben einmal als Staub angefangen


Der kleine Asteroid Ryugu ist von zahllosen Brocken bedeckt. Das Material ist viel poröser als Fels und ähnelt in dieser Hinsicht Braunkohle.

Thorsten Dambeck | Neue Zürcher Zeitung

Eine Nahaufnahme des Asteroiden Ryugu zeigt, dass dieser mit Felsbrocken übersät ist. JAXA

Vor Äonen bildeten sich unsere Planeten in einem Urnebel rund um die Sonne. Heute, rund 4,5 Milliarden Jahre später, gibt es noch immer Zeitzeugen dieser Geburtsphase: die Asteroiden. Rund drei Viertel davon sind vom kohlenstoffreichen C-Typ, so wie der kleine Ryugu. Er misst kaum einen Kilometer im Durchmesser und ist mit Gesteinsbrocken übersät. Zwischen 2018 und 2019 umkreiste ihn die japanische Raumsonde Hayabusa 2. Nun sind ihre Wärmebilder die Grundlage für eine Publikation in der Zeitschrift «Nature». Sie zeigen: Der Miniplanet besteht fast vollständig aus sehr porösem Material. Wahrscheinlich formte er sich einst aus den Trümmern eines älteren Mutterkörpers, der bei einem Einschlag zerstört wurde.

Felsbrocken mit Hohlräumen

Das internationale Team um Tatsuaki Okada von der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa hatte im Herbst 2018 mit dem Infrarotsensor von Hayabusa 2 die Oberfläche Ryugus abgelichtet und so bei Tag und Nacht seine Temperatur gemessen. Die Spanne reichte von rund 68 Grad Celsius unter null bis plus 27 Grad. Auffällig war, dass sich die Oberfläche nach Sonnenaufgang sehr schnell erwärmte. Laut dem Koautor Matthias Grott vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin lässt dies auf eine geringe Dichte und zudem eine hohe Porosität schliessen. Die «Felsbrocken» auf Ryugu enthalten also zwischen 30 und 50 Prozent Hohlräume. Laut Grott haben sie ähnliche Materialeigenschaften wie unsere Braunkohle.

weiterlesen