Der Maulwurf: Hochleistungsgräber im Untergrund


Bei seinen Grabungen errichtet der Maulwurf ausgeklügelte Tunnelsysteme. Das scheue Tier ist wenig erforscht und zunehmend bedroht

Susanne Strnadl | DERSTANDARD

Der Maulwurf lässt sich nur äußerst selten an der Erdoberfläche blicken. Er hat auch viel zu tun – neben dem Buddeln muss er auch seinen enormen Appetit stillen. Foto: APA / dpa-Zentralbild / Patrick Pleul

Jedes Kind kennt den Maulwurf – wenn auch selten aus eigener Anschauung. Gewöhnlich bekommen wir den Tunnelbauer selbst nicht zu Gesicht, sondern nur seine Aushubhügel, mit denen er sich bei vielen Gartenbesitzern und Landwirten unbeliebt macht. Er ist zwar in Europa noch häufig, zeigt aber einen rückläufigen Bestand. Grund genug, ihn als „Säugetier des Jahres 2020“ in den Blickpunkt zu rücken.

Alles am Maulwurf ist an seine unterirdische Lebensweise angepasst: Da sind zuerst einmal seine zu Grabschaufeln umgestalteten Vorderextremitäten, mit denen er seine Gänge anlegt. Die dazugehörigen Muskeln machen mehr als die Hälfte seiner gesamten Muskelmasse aus. Sein kurzes schwarzes Fell weist keinen Haarstrich auf, ist also in alle Richtungen biegsam und erlaubt ihm so, sich in seinem Bau ebenso gut vorwärts wie rückwärts zu bewegen.

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