Noch immer öffnet uns Erich Fromm die Augen für die Kunst des Liebens


Schon vierzig Jahre liegt der Tod des Psychoanalytikers zurück. Doch seine Bücher bleiben Bestseller und werden in immer neuen Weltteilen gelesen. Was macht Fromms Denken so attraktiv?

Rainer Funk | Neue Zürcher Zeitung

Seine grossen Bücher hat Erich Fromm unter dem Eindruck persönlicher Erfahrungen geschrieben (Aufnahme aus dem Jahr 1974). Müller-May / Rainer Funk / CC BY-SA 3.0 (DE)

Rein rechnerisch gesehen steht im Bücherschrank jedes gebildeten Mitteleuropäers ein Exemplar von «Die Kunst des Liebens». Weltweit sind es geschätzte 25 Millionen – eine Auflage, die kein anderes Buch zur Psychologie der Liebe erreicht hat. Auch «Haben oder Sein» ist in den 1970er und 1980er Jahren zum Kultbuch avanciert, eine nach Alternativen suchende Generation hat es verschlungen.

Inzwischen ist es ruhig geworden um Erich Fromm, den Autor der beiden Werke. Selbst die Tafel im Garten der Casa la Monda in Muralto, die an seinen letzten Wohnsitz erinnerte, musste einem Neubau weichen. Wer öffentlich wahrgenommen werden will, muss sich heute täglich um seine mediale Performance kümmern. Fromm aber ist bereits seit vierzig Jahren tot.

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