AfD ohne «Flügel»? Die völkischen Revolutionäre wird die Partei so schnell nicht wieder los


Seit Jahren treiben Björn Höcke und seine Unterstützer ihre Partei vor sich her und immer weiter nach rechts. Nun versucht der AfD-Vorstand gegenzusteuern – um den Verfassungsschutz loszuwerden und den Mitgliederschwund zu stoppen.

Marc Felix Serrao | Neue Zürcher Zeitung

Der «Flügel» der AfD verschwindet wohl in Kürze, aber nur dem Namen nach. Nachdem der Bundesvorstand der Partei den thüringischen Landesvorsitzenden Björn Höcke und dessen Unterstützer mit grosser Mehrheit aufgefordert hatte, ihr Bündnis aufzulösen, hat der 47-Jährige Kompromissbereitschaft signalisiert. Es finde ja bereits eine «Historisierung» der Bewegung statt, sagte er in einem am Samstag veröffentlichten Gespräch mit dem rechten Verleger Götz Kubitschek. Und nun gehe das, «worüber wir längst nachdenken, eben schneller». Seine Bewegung habe in den vergangenen fünf Jahren erfolgreich «den Einbau der AfD ins Establishment» verhindert. Heute brauche es einen neuen Impuls, der die Einheit der Partei betone.

Mit dem Interview versucht Höcke, seinen parteiinternen Kritikern Wind aus den Segeln zu nehmen und zugleich den eigenen Führungsanspruch zu bekräftigen. Denn die Einheit, die ihm vorschwebt, dürfte, wenn, dann eine Einheit nach den Vorstellungen des «Flügels» sein: völkisch und radikal. Ob und wann dessen Name tatsächlich verschwindet, ist derweil noch unklar. Auf der Facebook-Seite der Bewegung hiess es am Sonntag, dass Meldungen über eine bereits beschlossene Auflösung falsch seien: «Zutreffend ist, dass wir uns derzeit intensiv mit der Bewertung und möglichen fristgemässen Umsetzung des Bundesvorstandsbeschlusses zum ‹Flügel› beschäftigen.»

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