Diese Krise wird auch die Kirche verändern


Theologe Bogner fordert Umdenken der Bischöfe in Sachen Eucharistie

Krisen verändern – auch die Kirche. Die unterbrochene Gottesdienstroutine wirft bei den Gläubigen zentrale Fragen auf, schreibt der Moraltheologe Daniel Bogner. Doch Kirche schafft es nicht mehr, ihre rettende Botschaft zu vermitteln. Dabei hätte sie eine uralte Antwort auf die aktuelle Situation.

Das verwundert nicht bei einer Lage, die existenziell ist, weil sie Leben und Gesundheit aller betrifft. Und weil sie in den Reaktionen, die das erfordert, dem wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellem Leben den Boden der Normalität entzieht. Wie werden wir nach dieser Krise weitermachen – das ist eine Frage, die immer lauter gestellt wird, weltweit. Wo finde ich wieder Arbeit? Wie nehmen wir einen neuen Rhythmus auf? Welche Gesellschaft wollen wir miteinander sein, auf dem neuen, unbekannten Grund, der dann zu betreten ist?

Daniel Bogner | katholisch.de

„Die größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg“ – das sagt die Bundeskanzlerin zur Coronavirus-Pandemie, und sie wird es nicht leichtfertig tun. Während die einen noch meinen, man könne bald wieder am Status quo ante anknüpfen, schauen andere dem ins Auge, was mit einiger Wahrscheinlichkeit der Fall ist: Dass diese Krise sehr viel mehr verändern wird als die meisten noch vor Kurzem annehmen konnten.

Wandel beginnt als verändertes Muster von Erwartungen

Krisen verändern, sie wirken als Sortierungsfilter für wichtig und unwichtig. Die stabilisierende Kraft der Routinen, die den Alltag nach vorne treiben, ist unterbrochen. Es öffnet sich ein Raum für die Deutung von Erfahrungen, welche den zerbrechenden Kontexten Rechnung trägt. „Wandel beginnt als verändertes Muster von Erwartungen“, so formuliert es ein Zukunftsforscher.

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