Corona: Papst bietet die stärksten geistlichen Mittel der Kirche auf – also nichts


Eine in der Kirchengeschichte einzigartige Handlung: In der Corona-Krise will der Papst Kranken und Sterbenden beistehen. Deshalb hat er sich für eine besondere Zeremonie auf dem Petersplatz entschieden – auch wenn die nicht jeder sofort versteht.

Burkhard Jürgens | katholisch.de

Am Freitag will Papst Franziskus eine ganz besondere Antwort auf die Corona-Pandemie geben: ein Gebet und Segen von den Stufen des Petersdoms herab. „Wir werden das Wort Gottes hören, unser Bittgebet erheben, das Allerheiligste verehren, mit dem ich zum Abschluss den Segen Urbi et orbi erteile“, kündigte Franziskus an. Damit verbunden ist die Möglichkeit eines Ablasses. Wie die Zeremonie ablaufen soll, wussten zunächst nicht mal enge Mitarbeiter.

Es ist eine in der Kirchengeschichte einzigartige Handlung und ein heikler Moment für den Vatikan. Denn die Botschaft der Bilder vom Papst über einem leeren Petersplatz kann gegensätzlicher kaum ausfallen: als einsamer, verzweifelter Beschwörungsgestus oder als besondere Standhaftigkeit gegen Angst und Tod.

Der Segen Urbi et orbi, „der Stadt und dem Erdkreis“, wird sonst nur zu Ostern und Weihnachten gespendet, außerdem unmittelbar nach einer Papstwahl. Auf feierliche Weise ruft er Petrus und Paulus als Fürsprecher an – und mit ihnen eine zweitausendjährige Tradition von Glauben und Hoffen. Urbi et orbi ist der Segen aller katholischen Segen, die absolute Pontifikalklasse.

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