Neandertaler: Küsten-Kost statt Mammutbraten


Sie jagten in den eiszeitlichen Steppen Mammuts und Co – diese Vorstellung prägt das Bild von unseren archaischen Cousins. Doch möglicherweise waren viele Neandertaler gar keine Großwildjäger, sondern lebten in Küstenbereichen von marinen Nahrungsquellen, legen Funde nahe. Demnach ernährten sich die Bewohner einer Höhle in Portugal vor über 80.000 Jahren von Meeresfrüchten, Fisch und sogar Meeressäugern. Die Ergebnisse widersprechen damit der Annahme, dass nur der moderne Mensch marine Ressourcen intensiv nutzte und dadurch im Vorteil war, sagen die Wissenschaftler.

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Blick auf die drei Eingänge der Höhle von Figueira Brava in Portugal. (Bild: João Zilhão)

Lange galten sie als grobschlächtige Primitivlinge – es schien deshalb klar, warum sich die Neandertaler so leicht von den modernen Menschen verdrängen ließen. Doch in den letzten Jahrzehnten hat sich diese Sicht auf unsere archaischen Cousins deutlich geändert. Archäologische Funde legen nahe, dass Homo neanderthalensis und Homo sapiens durchaus ähnlich hoch entwickelt waren. Es kam sogar zu Vermischungen der beiden Menschenarten, wie ein paar Prozente Neandertaler-Erbgut in uns dokumentieren. Klar ist allerdings: Der moderne Mensch gewann letztlich die Oberhand – er verdrängte seinen Verwandten vor etwa 43.000 Jahren aus Europa in vergleichsweise kurzer Zeit.

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