Anschlag von Hanau: Rechte Tat, aber kein rechter Täter?


Polizeiabsperrungen sind am am Hanauer Heumarkt zu sehen, wo mehrere Menschen ums Leben gekommen waren. | Bildquelle: dpa

Tobias R. tötete gezielt Menschen mit Migrationshintergrund – eine rassistische Tat. Aber war der Täter ein Rechtsextremist? Das BKA meint, das Weltbild von R. sei vor allem von Verschwörungstheorien geprägt.

Florian Flade, Georg Mascolo | tagesschau.de

Seine Opfer wählte Tobias R. offensichtlich gezielt aus: Die acht Männer und eine Frau, die er am 19. Februar im hessischen Hanau erschoss, in Shisha-Bars und auf der Straße, hatten alle einen Migrationshintergrund. „Rassismus ist ein Gift, der Hass ist ein Gift“, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach der Tat gesagt. Dieses Gift sei „schuld an schon viel zu vielen Verbrechen“.

In dem 24-seitigen Manifest, das der Attentäter kurz vor seiner Tat ins Internet gestellt hatte, schwadronierte Tobias R. von einer Geheimorganisation, die Gedanken von Menschen manipuliere und sich auch in sein Gehirn eingeklinkt habe. Er schrieb aber auch, gewisse „Volksgruppen, Rassen und Kulturen“ seien „in jeglicher Hinsicht destruktiv“ und müssten daher „komplett vernichtet“ werden.

Der Anschlag von Hanau war offensichtlich die Tat eines Mannes, der getrieben war von Verschwörungsideologien, von Verfolgungswahn – und von Rassismus. Ein arbeitsloser Bankkaufmann und begeisterter Sportschütze, der viel Zeit im Internet verbrachte und dort wohl allerlei wirre Thesen aufschnappte.

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