Entdecker der Quarks


Ob Protonen und Neutronen elementar sind oder aus fundamentaleren Teilchen bestehen, war lange umstritten. Das klärte sich erst, als Jerome Isaac Friedman, Henry Kendall und Richard Taylor in einem bahnbrechenden Experiment die Quarks aufspürten. Heute feiert Friedman seien neunzigsten Geburtstag.

Manfred Lindinger | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Nobelpreisträger Eric Maskin (Wirtschaft, 2007) und Jerome Friedman (rechts im Bild) als Juroren bei der Ig-Nobelpreisverleihung an der Harvard University, am 12. September 2019. Bild: dpa

Woraus besteht die Materie? Schon die Philosophen der Antike interessierte diese Frage. Demokrit sprach erstmals von den Atomen als unzerstörbaren Grundbausteinen. Lange versuchte man, die Natur mit Hilfe unteilbarer und unendlich harter Kügelchen zu erklären, die von Kräften wie mit Spiralfedern zusammengehalten werden. Doch erst mit dem Aufkommen der modernen Physik Anfang des vergangenen Jahrhunderts und neuen experimentellen Möglichkeiten konnten die Forscher immer tiefer in die Struktur der Materie blicken. Dabei entdeckten sie immer kleinere Bausteine – von den Molekülen und Atomen bis zu den Atomkernen, die ihrerseits aus Protonen und Neutronen bestehen.

Lange rätselten die Physiker, ob diese Protonen und Neutronen tatsächlich elementare Teilchen sind oder ob sie sich nicht doch aus fundamentaleren Partikeln zusammensetzen. Das klärte sich erst Ende der sechziger Jahre, als Jerome Isaac Friedman mit seinen beiden Kollegen Henry Kendall und Richard Taylor in einem bahnbrechenden Experiment die Quarks aufspürten, die bis dahin nur ein theoretisches und sehr umstrittenes Konstrukt waren.

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