Medizinalgorithmen: Kalkuliertes Sterben


Software kann die voraussichtliche Lebensdauer eines Patienten auf der Intensivstation prognostizieren. Das schafft massive ethische Probleme.

Joseph Scheppach | heise online

(Bild: Shutterstock)

Das klassische Verfahren, um die Überlebenswahrscheinlichkeit von Patienten auf der Intensivstationen zu berechnen, ist der so genannte Apache-Index (Acute Physiology And Chronic Health Evaluation). Es wurde 1981 erstmals veröffentlicht und berechnet eine Art Gesundheitskennzahl. Je höher der Wert, desto schlechter der Gesundheitszustand, mithin die Überlebenschance. Das Verfahren liefert aber keine Aussage über die voraussichtliche Lebensdauer.

Mit den Methoden des maschinellen Lernes ändert sich das: Informatiker der Stanford University etwa trainierten ein tiefes neuronales Netz mit elektronischen Patientendaten von zwei Millionen Erwachsenen und Kindern. Nun kann das System mit einer Trefferquote von 90 Prozent vorhersagen, wie wahrscheinlich der Tod eines Patienten innerhalb der nächsten zwölf Monate eintritt.

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