Ein Bluttest für 50 Krebsarten


Bisher werden viele Krebserkrankungen erst entdeckt, wenn spürbare Symptome auftreten oder Tumoren erkennbar sind. Doch möglicherweise könnte künftig ein Bluttest dabei helfen, Krebs im Körper aufzuspüren. In einer Studie mit mehr als 6600 Patienten haben Forscher jetzt einen solchen Bluttest erprobt, der gleich 50 Krebsarten auf einmal anzeigen kann. Er weist charakteristische Anlagerungen am Erbgut entarteter Zellen nach, das in Fragmenten auch im Blut zirkuliert. Kombiniert mit einer computergestützten Auswertung, kann der Test diese epigenetischen Marker erkennen und zuordnen. In der Studie lag die Falschpositiv-Rate bei nur 0,7 Prozent, die Rate richtig erkannter Krebsleiden variierte je nach Stadium zwischen 18 und 93 Prozent.

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Blutproben im Labor (Bild: busracavus/ iStock)

Bei Krebserkrankungen kommt es entscheidend darauf an, wie früh die Tumore erkannt werden. Denn je früher das Stadium, desto geringer ist das Risiko, dass der Krebs schon gestreut hat. Im Idealfall reicht bei sehr frühen Krebsstadien manchmal sogar die chirurgische Entfernung des Tumors aus, ohne dass eine belastende Chemotherapie nötig wird. Entsprechend groß sind die Bemühungen der Medizin, aussagekräftige Früherkennungsmethoden anzuwenden und zu entwickeln. Bei einigen Krebsarten wie Darmkrebs oder Brustkrebs kommen Verfahren wie die Mammografie oder die Darmspiegelung zum Einsatz. Doch für viele andere Krebsarten fehlen bislang geeignete Tests. Unter anderem deshalb suchen Wissenschaftler schon seit längerem nach einer Möglichkeit, Krebsleiden durch Bluttests zu identifizieren. Diese basieren auf der Erkenntnis, dass es einige Biomarker und sogar frei im Blut zirkulierende Krebszellen gibt, die eine Tumorerkrankung anzeigen können.

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