‚Epidemie ist göttliches Eingreifen, um Welt und Kirche zu reinigen‘

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Bischof Athanasius Schneider vertritt: „Wenn einem Priester von einer kirchlichen Obrigkeit verboten wird, die Kranken und Sterbenden zu besuchen, dann darf er nicht gehorchen. Ein solches Verbot ist Machtmissbrauch.“

kath.net

Schneider, Chartres 2015. Monegasque2. Wikipedia.CC BY-SA 4.0

Der bekannte deutschsprachige Bischof Athanasius Schneider aus Kasachstan hat in einem Interview mit der „Remnantnewspaper“-Magazin deutliche Kritik am Verhalten vieler Bischöfe im Zusammenhang mit der Corona-Krise geübt und meint, dass viele überstürzt und panisch reagierten, weil sie sämtliche öffentlichen Messen verboten haben und sogar Kirchen zusperrten. Solche Bischöfe verhielten sich „eher wie bürokratische Beamte und nicht wie Hirten. Indem sie sich zu ausschließlich auf all die Hygiene-Schutzmaßnahmen konzentrierten, haben sie den Blick auf das Übernatürliche verloren und den Vorrang des ewigen Heils der Seelen aufgegeben. Solange Supermärkte geöffnet haben und zugänglich sind, und solange die Menschen die öffentlichen Transportmittel benutzen können, ist kein plausibler Grund erkennbar, die Menschen von der Teilnahme an der heiligen Messe in einer Kirche auszuschließen. Man könnte in Kirchen dieselben, ja sogar bessere Hygiene-Schutzmaßnahmen garantieren“, meinte Schneider wörtlich.

Er schlug beispielsweise vor, dass man bei den Kirchen vor jeder Messe die Bänke und Türen desinfiziert werden und dass sich auch Gläubige die Hände desinfizieren könnten.

Schneider meinte dann, dass Priester beim Thema „Messverbot für Gläubige“ nicht unbedingt dem Bischof oder den staatlichen Behörden gehorchen müssten. „Priester dürfen nicht vergessen, dass sie zuerst und vor allem Hirten unsterblicher Seelen sind. Wenn ein Priester in vernünftigem Ausmaß die nötigen Gesundheitsvorkehrungen beachtet und diskret vorgeht, muss er den Anweisungen seines Bischofs oder der Regierung nicht gehorchen, die Messe für die Gläubigen auszusetzen.“

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