Überraschung am Uranus


Verblüffende Entdeckung: Als die Raumsonde Voyager vor gut 34 Jahren am Uranus vorbeiflog, verlor der Planet gerade eine riesige Plasmablase mitsamt Teilen seiner Atmosphäre. Das enorme Gebilde war gut 200.000 Kilometer lang und 400.000 Kilometer dick, wie jetzt die alten Daten enthüllen. Es ist der erste Beleg dafür, dass auch die großen Eisplaneten solche Plasmoide abschnüren – und so im Laufe der Zeit Teile ihrer Atmosphäre verlieren.

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Der Eisriese Uranus ist einer der am wenigsten erforschten Planeten im Sonnensystem – jetzt haben alte Voyagerdaten eines seiner Geheimnisse gelüftet. © NASA/ESA, Hubble

Durch den Sonnenwind gehen den meisten Planeten im Sonnensystem Teile ihrer Gashüllen verloren. Besonders deutlich ist dieser Effekt bei unseren Nachbarn Mars und Venus, aber auch die Erde verliert trotz schützendem Magnetfeld ständig tonnenweise Sauerstoff an den umgebenden Weltraum. Ein Teil der atmosphärischen Gase wird dabei durch Plasmablasen mitgerissen, die sich vom flatternden Magnetschweif auf der Nachtseite des Planeten abschnüren. Solche Plasmoide wurden auch bei Jupiter und Saturn schon nachgewiesen.

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