Am Limit: Bericht einer Ärztin aus der Lombardei


Das medizinische Personal in Italien arbeitet bis zur völligen Erschöpfung, schreibt eine Medizinerin von „Ärzte ohne Grenzen“, die in Lodi (Lombardei) im Einsatz ist.

Chiara Lepora | Die Presse

Chiara Lepora. Ärzte ohne Grenzen

Derzeit arbeitet ein Team von rund 25 Mitarbeitern in der Lombardei, vor allem rund um die Krankenhäuser in Lodi, Codogno und Sant’Angelo. Das Gesundheitssystem ist zwar sehr gut, aber das Virus war schneller als alle Bemühungen, mit der stark zunehmenden Anzahl von Fällen umzugehen. Die Krankenhäuser haben ihre Kapazitätsgrenze erreicht. In der Notaufnahme des Krankenhauses in Lodi gibt es aktuell achtzig Betten. Doch trotz der zusätzlichen Bettenkapazität kann ein neuer Patient nur dann überwiesen werden, wenn sich ein anderer erholt oder stirbt.

Unsere Hauptaufgabe besteht darin, das medizinische Personal in den Krankenhäusern zu unterstützen. Wir geben unser Bestes, dass Ärztinnen und Ärzte und das Pflegepersonal gesund bleiben – denn wenn sie auch krank werden, gibt es niemanden mehr, der sich um die Patienten kümmern kann.

Unsere Lernkurve bei dieser Krankheit ist steil. Unser Spezialist für Infektionskrankheiten, unser Anästhesist und unser Notfallmediziner arbeiten eng zusammen und lernen von den Ärzten vor Ort, die von Anfang an bei der Bekämpfung des Coronavirus beteiligt waren. Sie haben eine klinische Expertise entwickelt, die sehr wertvoll ist. Wir können uns von ihnen viel Wissen aneignen, damit wir vorbereitet sind, die Krankheit auch an anderen Orten zu bekämpfen.

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