Die Corona-Epidemie verschafft Scharlatanen und Verschwörungstheoretikern mehr Publikum


Weltweit sind die Menschen derzeit noch anfälliger für Fake-News als gewöhnlich. In den USA und in Russland florieren vor allem Verschwörungstheorien. In Senegal neigt man hingegen zum Verbreiten von Aberglauben und abstrusen Geheimrezepten.

Andrea Spalinger, Marie-Astrid Langer, Markus Ackeret, David Signer, Ruth Fulterer | Neue Zürcher Zeitung

Ein Moskauer Souvenir-Shop macht sich mit Pappfiguren von Donald Trump und Xi Jinping über das Coronavirus lustig. Sergei Ilnitsky / EPA

Laut Experten hat die Zahl der weltweit kursierenden Fake-News mit der Corona-Epidemie stark zugenommen. Das hat zum einen damit zu tun, dass die Leute extrem verunsichert sind, zum anderen aber auch damit, dass viele derzeit zu Hause sitzen und noch mehr Zeit als gewöhnlich im Netz verbringen.

Gefälschte Videos über Supermarkt-Stürmungen und lächerliche bis höchst gefährliche Gesundheitstipps verbreiten sich unter diesen Umständen in Windeseile. Selbsternannte Experten, die unnötig Panik schüren oder aber fahrlässig verharmlosen, erhalten Hunderttausende von Klicks und Likes. Ebenso abstruse Theorien über die Herkunft des Virus.

Die sozialen Netzwerke spielen bei der Verbreitung von Falschmeldungen und Halbwahrheiten eine entscheidende Rolle, aber auch Videos und Kettenbriefe, die auf Whatsapp verschickt werden, sind derzeit ein Problem.

Manchmal ist ein nationales Publikum angesprochen, meist verbreiten sich Fake-News aber grenzüberschreitend. Professionelle Portale vor allem in Russland, aber auch in den USA, Iran, arabischen Staaten oder China haben dabei die Hand im Spiel. Die Botschaften werden von Akteuren mit den unterschiedlichsten Interessen weltweit absorbiert und multipliziert. Oft finden sie aber auch Eingang in eigentlich seriöse Medien oder werden von unbedarften Privaten geteilt.

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