Die Vormenschen kehrten immer wieder auf die Bäume zurück


Der Wechsel vom Baum- zum Bodenbewohner dürfte nicht so geradlinig verlaufen sein wie früher gedacht, legt eine neue Studie nahe

DERSTANDARD

Der Schädel eines Paranthropus robustus, der auf den Namen „Eurydike“ getauft wurde. In einer neuen Studie interessierten sich Forscher aber viel mehr für den Bewegungsapparat dieser Spezies. Foto: Reuters/Mike Hutchings

Der Affe stieg vom Baum, richtete sich auf, um besser sehen und gehen zu können, und siehe da: er ward ein Mensch. So einfach hat man sich das früher vorgestellt, doch in Wahrheit dürften die Anfänge unserer Gattung um einiges komplizierter verlaufen sein als gedacht.

Der Stammbusch des Menschen

Das beginnt schon bei einem anderen Baum, nämlich dem menschlichen Stammbaum. Während man einst dachte, dass eine direkte Abstammungslinie von den frühen Primaten bis zum Homo sapiens führt, ist man in jüngerer Vergangenheit zur Erkenntnis gelangt, dass der Weg zu uns einige Kurven nahm.

Arten, die sich schon voneinander getrennt hatten, vermischten sich über längere Zeiträume hinweg mehrfach. Das galt sowohl für die Zeit, als sich die Gattung Homo eher zögerlich von ihrem nächsten Verwandten, dem Schimpansen, trennte (vor acht bis vier Millionen Jahren), als auch sehr viel später, als sich der Homo sapiens mit Neandertalern und Denisova-Menschen paarte. Aufgrund der zahlreichen Querverbindungen sprechen Forscher heute gerne von einem „Stammbusch“.

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