Bizarrer Lebensraum in der marinen Unterwelt

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Unser Planet ist buchstäblich erfüllt von Leben, wie sich nun erneut zeigt: Forscher haben mehr als 100 Meter unter dem Meeresboden skurrile Biotope im Basaltgestein nachgewiesen: Dort leben erstaunlich dichte Bakteriengesellschaften in winzigen Rissen, die von Tonmineralen ausgekleidet sind. Sie leben offenbar von organischem Material oder Methan, das durch Flüssigkeitsbewegungen antransportiert wird. Der Befund legt nahe, dass vergleichbare Lebewesen auch auf anderen Planeten mit ähnlichen Bedingungen im Untergrund existieren könnten, wie etwa auf dem Mars.

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Um Mikroben in den Proben nachzuweisen, fertigten die Forscher Dünnschnitte des Tiefengesteins an. (Bild: Caitlin Devor, University of Tokyo, CC BY 4.0, https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de)

Sogar bis in die Tiefen der Erdkruste ist das Leben vorgedrungen, haben Studien der letzten Jahre bereits gezeigt: In Bohrkernen haben Forscher Mikroben in mehreren Kilometern Tiefe nachgewiesen. Und auch im Untergrund der Ozeane wurden bereits Mikroben entdeckt. Es handelte sich dabei um Einzeller in vergleichsweise geringen Bestandsdichten, die ihre Energie häufig aus Reaktionen mit chemischen Substanzen gewinnen, die im Gestein der Tiefe vorkommen, darunter Methan, Wasserstoff oder Metalle. Diese Mikroben der ozeanischen Erdkruste wurden dabei bisher in vergleichsweise jungem vulkanischen Gestein mit einem Alter von 3.5 und 8 Millionen Jahren nachgewiesen. 90 Prozent der ozeanischen Erdkruste ist aber deutlich älter.

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