Katrin Bauerfeind: Feminismus und Katholizismus ähneln sich in Sachen Humorlosigkeit


In ihrer neuen Comedyserie spielt Katrin Bauerfeind eine Gleichstellungsbeauftragte. Sie findet: Feminismus geht auch mit Humor.

Martin Weber | Berliner Morgenpost

Durfte in der neuen Serie des „Stromberg“-Autors Ralf Husmann mitspielen und fühlte sich geehrt: Katrin Bauerfeind. Foto: Fotostand / Suhr / picture alliance / Fotostand

Sie ist Moderatorin, Schauspielerin und veröffentlicht auch noch regelmäßig Bücher: Katrin Bauerfeind. In der neuen Comedyserie „Frau Jordan stellt gleich“ spielt die witzige Schwäbin jetzt eine Gleichstellungsbeauftragte, die sich nicht nur mit alten weißen Männern, sondern auch mit jungen nackten Frauen, lästigen Bürokraten und einem fiesen Chef herumschlagen muss. Die erste Staffel der von „Stromberg“-Autor Ralf Husmann geschriebenen zehnteiligen Serie ist ab 1. April bei ProSieben immer mittwochs um 20.15 Uhr in Doppelfolgen zu sehen.

Frau Bauerfeind, in der Serie „Frau Jordan stellt gleich“ kämpfen Sie mit Witz und Tücke für die Rechte von Frauen. Hat’s Spaß gemacht?

Katrin Bauerfeind: Ich hatte die Zeit meines Lebens. Eva Jordan ist eine unkonventionelle und manchmal auch leicht überforderte Gleichstellungsbeauftragte. Eine erwachsene Pipi Langstrumpf mit Büro statt Villa Kunterbunt. Sie ist forsch, weiß aber oft selbst nicht, wie man die Herausforderungen der modernen Gesellschaft meistert. Das zu spielen, hat enormen Spaß gemacht. Außerdem durfte ich mit sensationellen Schauspielern arbeiten, das Team war wie eine zweite Familie, die Drehbücher waren top und der Sender hat uns Freiheiten gegeben. Es war wie ein Sechser im Lotto, nur mit Freude statt Geld.

Sie spielen eine Gleichstellungsbeauftragte, die es mit Machos und Sexismus zu tun bekommt. Wurden Sie beruflich je benachteiligt, weil Sie eine Frau sind?

Bauerfeind: Es geht um Gleichstellung, deswegen geht‘s um alle Randgruppen: Behinderte, Ausländer, Katholiken und eben auch Männer (lacht). Die einzige Frau der westlichen Welt, die beruflich nie benachteiligt wurde, ist wahrscheinlich die Queen.

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