Chaos in Großbritannien: Boris Johnson verspricht mehr Corona-Tests – und kaum jemand glaubt ihm


Der Premier sagt Massentests zu, doch die Kritik am Mangel von medizinischem Material wächst. In britischen Großstädten müssen neue Behelfskrankenhäuser öffnen.

Sebastian Borger | Frankfurter Rundschau

Um in der Kompetenzkrise seiner Regierung Führungsstärke zu demonstrieren, hat sich Boris Johnson aus der Selbstisolation zurückgemeldet. Mittels einer Videobotschaft versicherte der britische Premierminister erneut, im Nationalen Gesundheitssystem NHS werde die Zahl der Tests auf Covid-19 „massiv erhöht: Auf diese Weise können wir das Virus besiegen.“

In den Londoner Medien stieß das am Mittwochabend hastig in sozialen Netzwerken verbreitete wackelige Handyfilmchen auf wenig Zustimmung. Das Millionenblatt „Daily Mail“ titelte am Donnerstagmorgen empört: „550.000 NHS-Mitarbeiter, nur 2000 getestet“. Mehrere Zeitungen druckten auf der Titelseite Bilder einer leeren Drive-through-Testanlage in Chessington südwestlich von London. „Testpläne im Chaos“, überschrieb „The Times“ das Foto, das Boulevardblatt „Mirror“ diagnostizierte knapp ein „Durcheinander“ (shambles).

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