Covid-19: Der umstrittene Infektiologe Didier Raoult

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Die Verbreitung von Corona ersetzt das alte sanfte naturschöne Chaos-Bild vom Schmetterling, dessen zarter Flügelschlag weltweite Wirkungen erzeugt. Stattdessen ist es aller Wahrscheinlichkeit nach die Fledermaus (also eher dämonisch wie Graf Dracula), die als Wirt und Spreader des Sars-Virus die Welt vom fernen Osten aus in Unordnung gebracht hat – mit wirklich hässlichen, harten Ausschlägen.

Thomas Pany | TELEPOLIS

„Forscher, geht in die Höhlen“ – die „gute Wissenschaft“

Wissenschaftler müssten sich zur Grundlagenforschung der tierischen Ursprünge der Corona-Pandemie und der Übertragungswege in die Höhlen Asiens begeben, um dem Leben des Virus in Gürteltieren, Schlangen, Ameisen und Fledermäusen genauer auf die Spur zu kommen, fordert der französische Mediziner Didier Sicard, ein mittlerweile emeritierter Fachmann für Ansteckungskrankheiten, mit einem besonderen Interesse für Laos und eine traditionelle französische Forschungsarbeit, die mit dem Institut Pasteur ihre renommierte Institution hat.

Das ist eine faszinierende Richtung, die aus Frankreich im Zusammenhang mit der Corona-Krise übermittelt wird. Sicards Annahmen zur Entstehung der Pandemie wurde in langen Interviews mit France Culture, in kürzeren auf Arte und in einem Artikel der Libération an ein interessiertes Publikum gebracht.

Es gibt da keine Kontroversen, die Öffentlichkeit wird zum Publikum und hört wie in alten Erzählungen dem Gelehrten aus der Welt der Wissenschaft widerspruchslos und wohl auch begeistert zu. Der Mann hat hohe Glaubwürdigkeit und Autorität.

Seine Erklärungen haben nichts politisch Heikles oder nur in entfernteren Anflügen, wenn er etwa auf die Rolle der neuen Seidenstraße zu sprechen kommt, die das Habitat der Corona-Virenwirte noch näher an Wohngebiete bringen könnte.

Sein Drängen auf das Verbot von Tiermärkten, wo das Virus beste Verbreitungsmöglichkeiten findet, wird in Europa auf wenig Empörung stoßen, solange sich noch keine wirtschaftlichen Interessen zeigen, die mit den asiatischen Tiermärkten verbunden sind.

Der Streit in der Wissenschaft – Didier Raoult

Ganz anders ist dagegen die Reaktion auf eine andere interessante Richtung, die aus der Wissenschaftsnation Frankreich übermittelt wird. Der Fall des Infektiologen und Mikrobiologen Didier Raoult ist ein Politikum. Die Kontroversen über den Leiter des Instituts für Infektionskrankheiten in Marseille, ein Krankenhaus, das mit Universitätsforschung verbunden ist (IHU Méditerranée Infection) haben den Hitzegrad von Auseinandersetzungen, wie man sie von Kontroversen über Syrien, Russland, Migration, manipulative Medien, „Strippenzieher und Elitenherrschaft“ kennt.

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