„Wir können nicht auf analoges Leben verzichten“


Das Coronavirus konfrontiert uns mit existenziellen Ängsten und Sorgen. Welche Antworten gibt ein Philosoph? Er rät zu einer Phase der Selbstreflexion: „Wir waren vielleicht etwas zu heftig unterwegs in den vergangenen Jahren“, sagt Wilhelm Schmid.

Wilhelm Schmid im Gespräch mit Frank Meyer | Deutschlandfunk Kultur

Die Corona-Krise hat auch ihr Gutes, findet der Bestseller-Autor Wilhelm Schmid: „Was uns Bewegung wert ist im Leben, das erfahren jetzt alle Menschen.“ (picture alliance / Rolf Haid)

Mit den praktischen Herausforderungen dieser Zeit kämpfen wir Tag für Tag: Wie geht’s weiter mit Arbeit und Verdienstmöglichkeit? Wo kann ich Nudeln kaufen? Maske ja, Maske nein? Wie bringe ich meinen Kindern Bruchrechnung bei? Doch die Zeiten der Isolation bringen im besten Fall auch eine Atempause. Und genau hier liegt die Chance, sagt der Philosoph Wilhelm Schmid, der zahlreiche Bestseller zu Fragen der Lebenskunst geschrieben hat.

Eine Zeit der Besinnung

Die grundsätzlichen Fragen, die im Zuge der Corona-Krise auftauchten, könnten sich für jeden Menschen als wertvoll erweisen, sagt Wilhelm Schmid. Eine positive Folge der Pandemie sei, dass mit ihr eine Phase der Nachdenklichkeit und Selbstreflexion einherginge:

„Ein Sinn könnte sein, dass wir – jedenfalls für eine kleine Weile – nicht mehr so weitermachen können wie bisher. Die Flugzeuge sind am Boden, die Kreuzfahrtschiffe sind in den Häfen, und auch mein Leben ist deutlich langsamer geworden. Wir waren vielleicht etwas zu heftig unterwegs in den vergangenen Jahren und konnten überhaupt nicht mehr nachdenken und zur Besinnung kommen.“

weiterlesen