Gemischte Reaktionen nach Freispruch von George Pell


Der Kardinal und ehemalige Finanzchef des Vatikans ist auf freiem Fuß. Missbrauchsopfer zeigen sich bestürzt, Australiens Premierminister äußert sich distanziert.

ZEIT ONLINE

Der Vatikan hat den Freispruch für Kardinal George Pell vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs begrüßt. Der Heilige Stuhl habe immer Vertrauen in die australische Justiz gesetzt, teilte das vatikanische Presseamt mit. Pell habe „stets seine Unschuld beteuert und darauf gewartet, dass die Wahrheit festgestellt wird“. Zugleich bekräftigte der Vatikan sein Engagement für die Prävention und die Verfolgung jeglichen Missbrauchs von Minderjährigen. Ob eigene kircheninterne Ermittlungen gegen den ehemaligen vatikanischen Finanzchef fortgesetzt oder eingestellt werden, teilte das Büro des Papstes nicht mit.

Australiens höchstes Gericht hat zuvor Pells sechsjährige Haftstrafe wegen Kindesmissbrauchs, zu der er im Februar 2019 verurteilt worden war, aufgehoben. Die Jury hätte aufgrund der Beweislage Zweifel an der Schuld des Angeklagten haben müssen, stellten die sieben Richter fest. Nach der Aufhebung des Urteils wurde Pell aus seinem Gefängnis in der Nähe von Melbourne entlassen und in ein Kloster gebracht.

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