Philosophieprofessor zu Corona-Maßnahmen: „Wir sind nicht im Krieg“


Wir hören zu sehr auf Virologen, sagt der Bonner Philosoph Markus Gabriel. Ein Gespräch über eine Gesellschaft, in der soziale Distanz zur Norm gehört.

Simone Wermelskirchen, Hannah Steinharter | Handelsblatt

Philosoph Gabriel Nicht alle politischen Maßnahmen sind verhältnismäßig. (Foto: AFP/Getty Images)

Nicht jede Lösung eines Problems ist vertretbar. Auch nicht in Tagen der Corona-Pandemie. „Wir sind nicht im Krieg, und selbst dann ist ja nicht alles erlaubt“, sagt Philosoph Markus Gabriel. Der Professor für Erkenntnistheorie und Philosophie der Neuzeit an der Universität Bonn gilt als weltweit renommierter Experte für Fragen der Ethik und für die ethische Beurteilung Künstlicher Intelligenz (KI).

Für die Analyse „der dunklen Tage“ und die Gestaltung der Exit-Strategie fordert der Philosoph die Gesellschaft nachdrücklich dazu auf, politische Maßnahmen endlich wieder offen, kritisch und transparent zu hinterfragen. Denn die Politik habe ganz ohne Diskussion in der Öffentlichkeit einige wichtige moralische Fragen beantwortet und Entscheidungen getroffen, so Gabriel.

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