Kritik an Studie zu Herdenimmunität in Heinsberg

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Die Ergebnisse einer Corona-Studie im stark betroffenen Kreis Heinsberg in NRW sollten eigentlich Hoffnung machen. Jetzt aber häuft sich Kritik an der Methodik der Untersuchung – Virologe Christian Drosten sagt, man könne aus der Präsentation „gar nichts“ ableiten.

WELT

Die Studie aus dem Kreis Heinsberg, die die Verbreitung des Coronavirus in der besonders betroffenen Gegend aufnehmen sollte, stößt unter Wissenschaftlern auf harsche Kritik. Vor allem die Methodik sei fehlerhaft, äußerte unter anderem der Virologe Christian Drosten. Die erhoffte Entwarnung, die bereits Diskussionen über eine Lockerung der geltenden Einschränkungen ausgelöst hatte, kann die Untersuchung demnach nicht geben.

Virologe und Studienleiter Hendrik Streeck von der Universität Bonn hatte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz zur Studie gesagt, deren vorläufige Ergebnisse legten nahe, dass in Heinsberg bereits 15 Prozent der Bevölkerung eine Infektion hinter sich hätten und nun immun seien. Die Tödlichkeit der Erkrankung liege bei 0,37 Prozent – ein deutlich niedrigerer Wert als der von der Johns-Hopkins-Universität angegebene, der bei fast zwei Prozent liegt. Die errechneten Letalitätsraten des Virus seien daher viel zu hoch, Covid-19 offenbar ungefährlicher als befürchtet.

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