Ostern bei US-Evangelikalen: Ein Fest für das Virus


  • Trotz genereller Versammlungsverbote planen rechte christliche Fundamentalisten in Amerika große Gottesdienste mit hunderten Gläubigen.
  • Viele Bundesstaaten haben ihnen sogar besondere Ausnahmegenehmigungen erteilt.
  • Die offiziellen Religionsführer und Gesundheitsexperten warnen. Doch Präsident Donald Trump sendet widersprüchliche Signale.

Karl Doemens | RND

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Pünktlich zum Sonnenaufgang soll die Auferstehung des Herrn gefeiert werden. “Wir stehen für das Buch, das Blut und die gesegnete Hoffnung”, verkündet Pfarrer Jack Roberts auf der Homepage seiner Maryville Baptist Church in Kentucky. Trotz aller staatlichen Verbote ist der fundamentalistische Prediger entschlossen, frühmorgens um 6.30 Uhr am Ostersonntag mit seinen Schäflein den Gottesdienst zu feiern.

Knapp 800 Meilen weiter südlich, in dem von der Corona-Pandemie schwer befallenen Louisiana, gibt Pastor Tony Spell den Widerstandskämpfer. “Wir fühlen uns wegen unseres Glaubens verfolgt”, erklärt der Prediger der Mega-Kirche Life Tabernacle Church in Baton Rouge. Ein Baptisten-Kollege von der nicht weit entfernten Saint Luke Church ist als erstes Covid-19-Opfer in der Region vor drei Wochen dahingerafft worden. Doch Spell glaubt an eine politische Verschwörung. Mehr als 1000 Gläubige hat er am Palmsonntag mit 26 Bussen herangekarrt und im Gotteshaus versammelt. An Ostern soll es ähnlich sein.

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