Wenn Ostern auf Corona trifft, leiden Geistliche und Schlechtwetter-Christen


Krisenzeiten sind für Glaubensgemeinschaften in der Regel ein Glücksfall. Wenn Menschen Existenzängste haben und sich um die Zukunft fürchten, suchen sie Trost und Halt im Glauben. Dann wachsen religiöse Sehnsüchte und Gefühle heran, die viele in normalen Zeiten als überflüssig empfinden.

Hugo Stamm | watson.ch

Treffen eine weltliche Krise und religiöse Feiertage zeitlich aufeinander, rücken die kriselnden Kirchen in doppelter Weise in den Fokus der Öffentlichkeit. Die religiösen Festtage bescheren uns Feiertage und in schwierigen Zeiten wächst das Interesse an übersinnlichen und metaphysischen Fragen.

Doch mit Corona an Ostern ist alles ein bisschen komplizierter. Das fiese Virus legt nicht nur das öffentliche Leben lahm, sondern auch die Kirchen. Statt volle Bänke an den Ostergottesdiensten, verschlossene Türen. Das gemeinsame Ritual, das vielen Verängstigten hätte Trost spenden können, fällt ins Wasser.

Ängstliche und Verunsicherte hätten auch aus der Geschichte Hoffnung schöpfen können, dass Gott seinen Sohn für uns sündige Menschen geopfert hat. Und sie hätten im gemeinsamen Gebet gehofft, dass es der Allmächtige schon richten und uns einen Ausweg aus der Pandemie weisen werde. Wie einst bei Moses, als sich bei der Flucht seines Volkes aus Ägypten das Rote Meer teilte.

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