Wissenschaftliche Irrtümer in Serie

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Experimente lassen sich in den Naturwissenschaften zunehmend oft nicht wiederholen. Woran liegt das?

Gerald Wagner | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der amerikanische Mathematiker Aubrey Clayton ist überzeugt, die Wissenschaft stecke in einer Replikationskrise. Blick in ein Labor der Quantenforschung Bild: ÖAW/IQOQI.

Gibt es eine Replikationskrise in der Wissenschaft? Im „Merkur“ (Heft 849, Februar 2020) behauptet der amerikanische Mathematiker Aubrey Clayton, die Welt der Wissenschaft zerbreche sich derzeit den Kopf darüber, warum so viele Studienergebnisse „in Astronomie bis Zoologie“ nicht reproduzierbar seien. Bisher hätten nur einige Wissenschaftler darin einen Anlass gesehen, potentiell alle bisherigen Forschungsarbeiten in Frage zu stellen, doch von einer wissenschaftlichen Replikationskrise „in großem Maßstab“ ist Clayton überzeugt.

Auch Holger Spamann, Rechtswissenschaftler in Harvard und derzeit Fellow am Berliner Wissenschaftskolleg, sprach kürzlich in einem Vortrag unter Berufung auf Studien wie das „Social Science Replication Project“ von einem „schockierend hohen Anteil“ empirischer Ergebnisse, die nicht replizierbar „und daher vermutlich schlicht falsch“ seien. Seit 2012 habe es jedenfalls in der Psychologie geradezu eine Welle von systematischen Replikationsstudien gegeben, aber auch ähnliche Studien aus der Krebsforschung zeigten, dass wir es hier nicht nur mit einem Problem der Sozialwissenschaften zu tun hätten, so Spamann.

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