Waldinseln: Uralte Spuren des Pflanzenbaus


Tausende von Waldinseln im Südwesten Amazoniens zeugen von einer erstaunlich alten Kulturlandschaft, berichten Forscher. Auf den künstlich erhöhten Flächen kultivierten Menschen schon vor über 10.000 Jahren Kürbis und Maniok, zeigen Analysen von Pflanzenresten. Bei dem Gebiet handelt es sich demnach um eine der ältesten bekannten Ursprungsregionen der Landwirtschaft, sagen die Wissenschaftler.

wissenschaft.de

Die Überschwemmungssavanne im Tiefland Boliviens ist übersät mit kleinen Waldinseln. (Bild: Umberto Lombardo)

Statt nährstoffreiche Pflanzen zu sammeln, begannen die Menschen einst, sie gezielt anzubauen: Die Entwicklung der Landwirtschaft war eine Revolution in der Menschheitsgeschichte, die zur Entstehung aller Zivilisationen führte. Bisher geht man von mindestens vier unabhängigen Zentren der Pflanzen-Domestikation im frühen Holozän aus: im Nahen Osten und in China und zwei im Bereich des heutigen Mexiko. Als eine mögliche fünfte Ursprungsregion gilt zudem bereits seit einiger Zeit der Südwesten des Amazonasgebiets.

Die Hinweise waren dabei bisher allerdings indirekt: In dieser Region kommen zwar die Wildformen von wichtigen Kulturpflanzen wie Maniok, Kürbis, Erdnüsse, Chili und Bohnen vor. Doch bisher fehlten eindeutige archäologische Spuren, die eine Domestikation dieser weltweit wichtigen Nutzpflanzen im Südwesten Amazoniens dokumentierten. Im Fall von Maniok und Kürbis ist dies den Forschern um Umberto Lombardo von der Universität Bern nun gelungen.

weiterlesen