Flüchtlinge in der Türkei: „Warum lassen sie uns nicht endlich gehen?“


Die Türkei macht Politik mit Flüchtlingen. Immer wieder provoziert sie humanitäre Krisen, um die EU unter Druck zu setzen. Leidtragende sind die Flüchtlinge. Sie erheben schwere Vorwürfe.

Katharina Willinger | tagesschau.de

Flüchtlingscamp bei Pazarkule vor der Räumung | Bildquelle: AP

„Ich möchte nicht mehr nach Griechenland. Ich will einfach nur noch hier raus, auch wegen meinem Kind, aber sie lassen uns nicht.“ Samira, die in Wirklichkeit anders heißt, hat mehrere Sprachnachrichten geschickt. Sie sei derzeit in einem Abschiebelager in Malatya, im Osten der Türkei. Die junge Migrantin, die darum bittet, ihre Identität zu schützen, ist verzweifelt. Sie hat allen Grund dazu, in den letzten Wochen hat sie vieles mitgemacht.

Ausharren an der Grenze

Anfang März nahe dem türkischen Grenzübergang Pazarkule an der Grenze zu Griechenland: Wie Tausende andere Migranten war Samira mit ihrer Familie dorthin gekommen, nachdem sie im türkischen Fernsehen gehört hatte, dass die Tore in die EU offen seien. Doch alles kam anders. Wochenlang harrte Samira unter schwierigen Bedingungen aus, zum Teil im Freien. Ende März räumten schließlich türkische Sicherheitskräften die provisorischen Zeltlager und brachten die Flüchtlinge, darunter Samira und ihre Familie, mit Bussen fort. Eine Sicherheitsmaßnahme auf Grund von Covid-19, heißt es aus dem türkischen Innenministerium.

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