Forscher sollten öfter gehört werden!


In der Coronakrise zeigen sich Bedeutung und Nutzen von Forschung. Ein Plädoyer für evidenzbasierte Politikgestaltung – nicht nur in Ausnahmezeiten.

Detlev Ganten, Dennis Snower, Jürgen Heldmann | DER TAGESSPIEGEL

Seit an Seit: Politik und Wissenschaft. So sollte es öfter sein, finden unsere Gastautoren.Foto: imago images/Christian Ditsch

Professor Detlev Ganten ist seit 2009 Präsident des World Health Summit. Professor Dennis Snower ist Präsident der Global Solutions Initiative, einem Netzwerk von Thinktanks, die internationale Organisationen wie die G20 beraten, und zu deren Medienpartnern der Tagesspiegel zählt. Jörg Heldmann ist Direktor an der Global Health Charité – Universitätsmedizin Berlin

Die Welt ist nicht mehr dieselbe wie vor einigen Wochen. Covid-19 wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Pandemie erklärt und beeinflusst unser Leben weltweit in einer in Friedenszeiten bisher unbekannten Weise.

Die Virologen bezeichnen das als Naturkatastrophe in Zeitlupe und sind jetzt omnipräsent im Fernsehen, auf Social Media und bei Pressekonferenzen. Gut so.

Noch vor wenigen Wochen hätten sich wenige Politiker neben einen Wissenschaftler gestellt und vor laufender Kamera um Rat gefragt. Nun gehen Politiker kaum noch ohne einen Wissenschaftler an ihrer Seite vor die Presse. Das ist eine gute Nachricht in dieser beispiellosen Krise: Die Wissenschaft ist zurück im Bewusstsein der Politik und der Öffentlichkeit, und es wird allen am Beispiel von Covid-19 klar, dass wir Lösungen brauchen für die großen Fragen der Zukunft, die auf wissenschaftlicher Evidenz beruhen. Diese Zukunftsfähigkeit – wollen wir weiter auf diesem wunderbaren und einzigartigen Planeten Erde leben – müssen wir erhalten.

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