Freigesprochener Kardinal Pell warnt: Nicht jedem Kläger glauben


In einem Interview im australischen Fernsehen sagte Pell, er wäre nicht überrascht, wenn es weitere Vorwürfe gegen ihn geben werde.

Neue Zürcher Zeitung

Kardinal Pell kommt nach seinem Freispruch in einem Priesterseminar in Sydney an. Bianca De Marchi / http://www.imago-images.de

Der vor einer Woche überraschend vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesprochene australische Kardinal George Pell hat davor gewarnt, jedem Kläger zu glauben. Der 78-Jährige habe dem Sender Sky News in seinem ersten Interview nach dem Freispruch zudem gesagt, er wäre nicht überrascht, wenn er mit weiteren Vorwürfen sexuellen Kindesmissbrauchs konfrontiert würde, berichteten lokale Medien am Dienstag unter Berufung auf einen Ausschnitt. Das vollständige Interview soll am Dienstag (19.00 Uhr Ortszeit, 11.00 Uhr MESZ) ausgestrahlt werden.

Im März 2019 war Pell, der frühere Erzbischof von Melbourne, wegen des Missbrauchs zweier Chorknaben in den 90er Jahren zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das höchste australische Gericht hatte am 7. April dem Berufungsantrag des 78-jährigen Australiers wegen mangelnder Beweislast stattgegeben.

weiterlesen