Singapurs Gastarbeiter werden zum Gesundheitsrisiko

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Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus galt Singapur als Modellfall. Doch der Regierung ist ein grober Fehler unterlaufen: Für eine Viertelmillion Bauarbeiter galten laxe Regeln. Seit zwei Wochen steigen die Ansteckungen.

Manfred Rist | Neue Zürcher Zeitung

Nicht immer präsentieren sich die Unterkünfte der ausländischen Bauarbeiter in Singapur so hell, sauber und aufgeräumt wie auf diesem offiziellen Bild des Ministeriums. Inzwischen sind viele «foreign workers» umgesiedelt und einige Arbeitersiedlungen mit Zehntausenden von Bewohnern unter strenge Quarantäne gestellt worden. Ministry Of Manpower / Handout / EPA

Singapur erlebt derzeit seine dritte Infektionswelle. Der Befund ist schockierend, und er mag überraschen. Doch es kann nicht geleugnet werden: Der Stadtstaat, der bis vor kurzem als «Goldstandard» im Kampf gegen Covid-19 galt, verzeichnet stark steigende Infektionsraten. Es handelt sich um eine Entwicklung, die die Rückkehr zur Normalität um Wochen verzögern wird.

Viele Baustellen – enge Unterkünfte

Am Montag hat die Regierung erstmals genauere Zahlen zu einer Risikogruppe veröffentlicht, die bisher weitgehend unter dem Radar blieb. Demnach entfällt der grösste Anstieg der Infektionsfälle seit fünf Tagen auf Gastarbeiter («foreign workers»). Sie machten am Sonntag beispielsweise 207 der 233 neuen Fälle aus. Weil die entsprechenden Zahlen seit Ende März exponentiell steigen und diese Gruppe erst jetzt genauer beobachtet wird, steht man vermutlich erst am Anfang des Problems.  

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