Evangelikale Missionare agieren in Indigenengebieten


Die evangelikale Missionsbewegung „New Tribes Mission“ (NTM) soll laut Medienrecherchen ohne staatliche Erlaubnis in indigenen Gebieten im Amazonaswald tätig sein. Mehrfach habe sie per Hubschrauber Dörfer im Reservat Vale do Javari angeflogen, berichtet die Zeitung „O Globo“ (Montag Ortszeit).

kathpress

Evangelikale Missionsbewegung „New Tribes Mission“ trotz Corona-Pandemie in Kontakt mit isoliert lebenden Indigenenvölker im Amazonasgebiet – In Österreich, Deutschland und Schweiz unter Namen „Ethnos360“ aktiv

In der Region soll es die höchste Dichte isoliert lebender Indigenenvölker weltweit geben. Wegen der Corona-Pandemie sind Kontakte mit ihnen derzeit untersagt.

Die staatliche Indigenenbehörde „Funai“ bestätigte der Zeitung, keine Fluggenehmigungen in das Gebiet gegeben zu haben. Dagegen erklärte NTM, es liege eine Erlaubnis der Indigenen vom Volk der Marubos vor. Angesichts der Corona-Pandemie habe man die Missionare aus dem Gebiet ausgeflogen.

Anfang Februar war NTM in die Schlagzeilen geraten, weil einer ihrer Missionare, der Anthropologe Ricardo Lopes Dias, von Präsident Jair Messias Bolsonaro zum Leiter der Funai-Abteilung für unkontaktierte Völker ernannt wurde. Lopes Dias soll unter anderem im Vale do Javari ein Dorf für evangelisierte Indigene gegründet haben.

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