Corona-Krise in Ägypten: „Wir überlassen das dem lieben Gott“

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Offiziell gibt es in Ägypten nur 3000 Covid-19-Infizierte. 200 Menschen sind den Angaben zufolge gestorben. Wer etwas anderes behauptet, wird bestraft. Im Alltag ergeben sich die Ägypter in ihr Schicksal.

Anne Allmeling | tagesschau.de

Wassermelonenverkauf

Tomaten, Zucchini, Auberginen, Paprika – das Angebot auf dem Markt in Embaba ist riesig. Zwischen Bergen von Orangen und Wassermelonen drängen sich Menschen mit schweren Einkaufstaschen, prüfen die Qualität von Datteln, Brot und Käse. Naser Mohamed Ahmed schiebt einen Holzwagen mit frischer Minze vor sich her. Die dicken Bündel kosten hier nicht einmal halb so viel wie in der Innenstadt. Das Geschäft – das laufe so einigermaßen, sagt der Verkäufer. 

„Gott bestimmt, was wir verdienen – aber es ist weniger geworden. Momentan sind wir knapp bei Kasse. Wegen der Ausgangssperre gehen wir früh nach Hause. Da desinfizieren wir uns und ziehen unsere Kleidung aus, um unsere Kinder zu schützen. Krankheit kommt von Gott und auch die Genesung.“

Ein paar Meter weiter steht Mohammed hinter einem Stand. Er verkauft Salat, steht dicht an dicht mit seinen Kunden. „Es ist eine Pandemie, aber Corona interessiert die Leute nicht. Wir überlassen das dem lieben Gott. Das ist Schicksal; wer krank wird, der leidet.“

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