Den Rat von Wissenschaftern anzunehmen, ist nicht Hörigkeit – das rettet Leben

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Virologen und Epidemiologen stehen derzeit im Rampenlicht. Dabei sind auch sie nicht allwissend. Trotzdem sollten Politiker in der Corona-Krise auf sie hören.

Stephanie Lahrtz | Neue Zürcher Zeitung

Wissenschafter wissen nicht alles über das Coronavirus, doch Politiker sollten trotzdem auf sie hören. Andrey Rudakov / Bloomberg

«Virologen regieren die Welt», «Sind Politiker den Epidemiologen hörig?»: In diesen Schlagzeilen schwingen Vorwürfe mit. Und diese gehen noch weiter. Forscher der Biologie und der Medizin führten aufgrund unvollständiger Daten und vager Modellberechnungen das Land nach ihrem Gutdünken. Mitunter wird suggeriert, dass die medizinisch-biologische Wissenschaft voreilig und auch selbstverliebt der Bevölkerung diesen übertriebenen Lockdown eingebrockt habe. Doch diese Vorwürfe sind nicht gerechtfertigt.

Beratung durch Experten ist viel intensiver – und sichtbarer

Politiker sind auf das Wissen von Wissenschaftern angewiesen. Denn nur Forscher, die sich auf ihrem Gebiet auskennen, können Fakten liefern. Das ist nicht nur in Krisenzeiten so. Es gibt ja nicht erst seit der weltweiten Verbreitung von Sars-CoV-2 Expertenkommissionen, Beratergremien sowie persönlichen Gedankenaustausch zwischen Wissenschaftern und Politikern. Auch zur Einbettung und Erklärung von Fakten und deren möglichen Folgen können Experten wichtige Beiträge leisten. Und es ist richtig, dass Politiker derzeit in einem weitaus grösseren Mass als vor der Corona-Krise auf Wissenschafter aus den Bereichen Biologie und Medizin hören.

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