Streit über Abtreibungen in Polen: Von der Wut der Frauen überrollt


Seit Jahren will Polens Regierungspartei PiS das ohnehin restriktive Abtreibungsrecht weiter verschärfen. Doch der massive Protest zeigt Wirkung.

Gabriele Lesser | taz

Protest trotz Corona: Autokorso gegen das neue Abtreibungsgesetz in Warschau Foto: Agencja Gazeta/dpa

Mit einem so massiven Frauenprotest hatten Polens Nationalpopulisten von der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) nicht gerechnet. Vielmehr schien ihnen der Corona-Ausnahmezustand mit aufgehobenem Demonstrationsrecht ein geradezu idealer Zeitpunkt zu sein, um erneut über ein fast totales Abtreibungsverbot zu debattieren.

Ein paar Feministinnen, die hupend einen Warschauer Kreisverkehr blockierten oder mit umgehängten Plakaten zum nächsten Laden liefen, um sich dort im Abstand von zwei Metern in die Schlange zu stellen und lautstark zu protestieren – das glaubten die Politiker aushalten zu können. Doch dann überlasteten abertausende Protest-E-Mails ihre Posteingänge. Ihre Facebook-, Twitter- und Instagram-Seiten verwandelten sich in Protest-Tapeten wütender Frauen.

weiterlesen